Der 1896 gegründete "Verein für Historische Waffenkunde", ab 1920 die "Gesellschaft für Historische Waffen- und Kostümkunde" e.V., bietet all jenen ein Forum, die sich beruflich oder privat mit historischer Waffenkunde und Kleidungsforschung beschäftigen. Ihr Interesse gilt der Erforschung der Waffengeschichte von der Antike bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und der Mode- und Textilgeschichte bis in die Gegenwart.

Die Gesellschaft versteht sich als internationaler Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Sammlern und interessierten Laien. Die von ihr herausgegebene Zeitschrift "Waffen- und Kostümkunde - Zeitschrift für Waffen- und Kleidungsgeschichte" dient dem wissenschaftlichen Austausch. Aktuelle Informationen und Anregungen bieten die WUK Nachrichten sowie die regelmäßig veranstalteten Fachtagungen und Exkursionen.



1896 wurde in Dresden der "Verein für historische Waffenkunde" gegründet, der Vorläufer der heutigen Gesellschaft. 1921 erweiterte sich die Thematik um die Kostümkunde. Nach dem Erlöschen des Vereins 1949 erfolgte 1951 die Neugründung als "Gesellschaft für Historische Waffen- und Kostümkunde e. V.".

Die Gesellschaft für Historische Waffen- und Kostümkunde bietet all jenen ein Podium, die sich beruflich oder privat mit der historischen Waffenkunde und der Kleidungsforschung beschäftigen. Museen, Universitäten und andere Fachinstitutionen leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Die Forschungen über historische Waffen und deren Zubehör stehen gleichwertig neben der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Kleidungskultur aller Epochen. In jüngerer Zeit treten vermehrt materialkundliche und technologische Fragestellungen sowie Beiträge der experimentellen Forschung hinzu.

Die Gesellschaft versteht sich einerseits als internationales Kommunikationszentrum für die historische Waffenkunde in ihrer weit verzweigten Thematik, von der Erforschung historischer Blankwaffen über das Studium früher Feuerwaffen bis hin zur wissenschaftlichen Harnischkunde. Der zeitliche Rahmen reicht von der Antike bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Studium moderner Waffen gehört damit nicht zu den in der Gesellschaft gepflegten Forschungsgebieten. Da neben Fachwissenschaftlern der wichtigsten Museen der Welt Mitarbeiter bedeutender Auktionshäuser, Restauratoren und Sammler vielfältigster Spezialgebiete Mitglieder der Gesellschaft sind, lassen sich für fachspezifische Probleme auf dem Gebiet der historischen Waffenkunde stets kompetente Ansprechpartner finden.

Zugleich präsentiert sich die Gesellschaft als internationales Forum der Kleidungs- und Modegeschichte. Während in den 1920er Jahren die zusätzliche Thematik mit den vielfältigen Beziehungen zwischen Bewaffnung und männlicher Bekleidung begründet wurde, richtete sich der Blick alsbald auf die gesamte Palette kostümkundlicher Themen. Heute ist an die Stelle der traditionellen Kostümkunde eine breit gefächerte Kleidungsforschung getreten, die ihre vielfältigen Sujets in der kulturhistorischen, anthropologischen, technologischen, volkskundlichen und textilgeschichtlichen Auseinandersetzung mit der Kleidung findet. Anders als im waffenhistorischen Bereich reichen die Themen hier bis in die Gegenwart.

Die Gesellschaft war und ist eine fachwissenschaftliche Vereinigung, die auf fundierte Meinungsvielfalt und neue Erkenntnisse in Forschung und Lehre größten Wert legt. In Zukunft sollen besonders auch Studenten und junge Wissenschaftler zur Mitarbeit aufgerufen werden. In diesem Zusammenhang wurde der Mitgliederbeitrag für Studierende um 50 % reduziert.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit der Gesellschaft werden in der seit 1959 in dritter Folge erscheinenden Zeitschrift 'Waffen- und Kostümkunde" publiziert. Als Fachzeitschrift ist sie eine international anerkannte Plattform des wissenschaftlichen Gedankenaustausches. Ihre Herausgabe wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt. Der Bezug der Zeitschrift ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Die"Waffen- und Kostümkunde" erscheint jährlich in zwei Heften, die zusammen ca. 200 Seiten umfassen. Die Beiträge enthalten zahlreiche Abbildungen in Schwarzweiß und Farbe. Die Zeitschrift ist für die Betreuung öffentlicher und privater Sammlungen ebenso von Interesse wie für Studierende dieser Disziplinen historischer Forschung. Sie richtet sich an Waffenhistoriker, Kunst- und Kulturhistoriker, Volkskundler, Archäologen und Restauratoren. Auch für den spezialisierten Kunst- und Antiquitätenhandel, Kostümbildner und Requisiteure bei Film und Fernsehen bietet sie eine Fülle von Informationen.

Neben dem individuellen Austausch von Informationen bieten regelmäßige Zusammenkünfte, vor allem die zweijährig stattfindenden Jahrestagungen der Gesellschaft Gelegenheit, Vorträge zu hören und neue Forschungsgebiete zu diskutieren. Diese Tagungen finden an Orten mit bedeutenden Waffen- und Kostümsammlungen statt, wobei einschlägige Museen als Gastgeber fungieren. Zusätzlich zu diesen Tagungen finden Fachexkursionen statt, außerdem ist die Veranstaltung fachspezifischer Kolloquien geplant.